„Tuuut“, klinget das innere Telefon. Ich hebe den Hörer ab, um festzustellen ob ich die letzte Rechnung gezahlt habe oder das ewige , endlose Freizeichen weitere Münzen erfordert für den Warteautomaten.
Wie die Parkuhr, eben lästig, aber nun einmal da.
Ich betrachte dein Bild.
Am Strand mit weißem Shirt.
Ich glaube, es geht dir gut.
Es verlangt ja anderseits auch nicht viel von Einem, wenn man sich nur um sich selbst kümmern muss.
Ein „Du und jemand anderes“, fordert ja etwas, nämlich Kompromisse oder im schlimmsten Fall:
Dich & jemand Anderen.
„Man kann den Kummer nicht wegficken, aber man kann es immer wieder versuchen“,
höre ich im Echo und versuche diese Gleichung zu verstehen.
Es ist mir noch nie gelungen.
Kannst du das?
Immer wieder versuchen, ist wie immer wieder auf die heiße Herdplatte fassen.
Wir wissen doch wie das geht.
Einmal anfassen, Blasen erleben, Wunden pusten.
Der Rhythmus ändert sich,
vielleicht das Laken, der Beigeschmack bleibt derselbe.
Fad legt er sich fortwährend zu Bett.
„Ich bin voll mit Erinnerungen.“
Voller vollgeschriebenen Briefe, auf Papier und im Erinnerungszentrum.
Du hängst an deiner Uhr-vielleicht.
Ich an meinem Schrank, von meinem Vater.
Alte, vergilbte Polaroids, blass gelegen in alten Abstellkammern.
Eingefangene Sommermomente, manchmal auch Winter.
Warmgetrunkene Münder und lachende Worte.
Wie Versprechen.
Nur versprechen wir uns alle viel zu oft.
„Lass die Leute reden, denn sie reden über jeden.“
Er hat, sie hat, hast du schon, wie er es ihr hat.
Hast du schon gehört.?
Wir leben und lieben durch andere- manchmal ein Stück mit,
weil wir dann erst anfangen zu leben, aus Schadenfreude oder Gehässigkeit.
Wer gönnt seinem nebenan schon die Butter, wenn er selbst zur Margarine greift?
Sie lebt für drei und er bekommt nicht mal sein eins zu Stande.
Die drogenverschwommenen Acht-Uhr- morgens Anrufe und dennoch bist du nur ein Mensch.
Ruf mich weiter an, ich höre dir zu.
Weil du für mich mehr bist als genau das Reden und all die Geschichten dahinter!
Lass uns unsere eigene schreiben und vielleicht nur deshalb, um ihre widerlegen zu können.
„Kein Schwanz ist so hart wie das Leben“
Deiner vielleicht doch?
„Jede Trennung klaut einem ein Lieblingslied“
Was ist schon ein Lieblingslied, im Vergleich zum Soundtrack deines Lebens?
Du und ich unterwegs auf Mallorca in einem Ford KA.
Ein warmer Tag.
Wir pendeln von Bucht zu Bucht.
Das Auto macht Geräusche.
Dann kommt dieses Lied.
Du liebst U2.
Ich liebe dich.
Bono singt, ich höre was er zu sagen hat.
Ich schaue dich an.
Nur du & ich.
Kein Geld, die Herzen voller Träume.
„Ich würde über mich auch nicht hinweg kommen“
Und das sage ich nicht nur, weil mir nichts anderes einfällt,
das sage ich weil es tatsächlich so ist.
Ich kenne im Grunde genommen wenige, bei denen es sich lohnt, länger zu bleiben als auf einen Kaffee, dessen fader Nachgeschmack am Gaumen nachhallt.
Oscar Wilde sagte einmal:
"Die Liebe zu sich selbst, ist der Beginn einer lebenslangen Romanze“
Es gibt Gründe, warum ich über diesen Satz auch nicht hinweg gekommen bin.
„Die erste Liebe ist ja schön und gut. Für mich zählt die letzte Liebe, nur daran bin ich interessiert.“
Was du in der Vergangenheit gemacht hast,macht dich zu dem,was du jetzt bist.
Danke dafür, da musste ich allein durch.
Denn was interessiert mich das Gestern, wenn ich Dich doch morgen erwarte.
Thank you for showing me the limits, for teaching how to get a hold of the inner feelings and how to handle all the desperate and yearning thoughts and feelings that crossed my mind during the time of "us"
Thank you for showing me how home feels like.
Thank you for showing me myself just by looking into your eyes..they told me plenty.
Freedom comes when you learn to let go.
Thank you for catching me up when I pedaled as fast as I could,
as I if I were escaping from longing, from innocense, from you...
All that is left, is deep in my heart. Memories last, last a lifetime.
Love has no timelimit, knows no stopsigns...is extremly patient.
Immerhin kannte ich deine Lieblingsfarbe, wenn ich auch schon so nichts wusste.
Deine Augen waren voll von ausgeblichenen Träumen und
heroinverschwommenen Wünschen.
Tote Seele im lebenden Körper.
Du warst wie ein Magnet.
Ich das Plus und du das Minus.
Ich wollte wissen wer du bist.
Du warst auch Tochter, vielleicht Mutter, Freundin, möglicherweise Geliebte, sicherlich
Geliehene, jedenfalls für 15 Minuten oder 20 Euro.
So ging der Sommer über in den Herbst und ich musste sicher gehen , dass du noch lebst.
Für mein Gefühl und für mein Hoffen, denn ich dachte manchmal schafft man es, auch wenn
niemand daran glaubt und wenn niemand an dich denkt.
„ Es geht gerade niemand an das Telefon, dort wo das Glück in deiner Seele wohnt“
Ich dachte immer an dich.
Ich denke immer noch an dich.
Es wurde kalt.
Frostig kalt und ich wusste unsere Tage waren gezählt, die gemeinsamen.
Die letzten.
Die lebenden.
Wir hatten nur einen Sommer.
Ich hoffte, du hättest noch so viele weitere.
Du warst schon tot als ich dich sah, das erste Mal.
„Der laufende Tod“ habe ich mal jemanden sagen hören.
An einem Sonntag warst du weg.
Ich wusste es.
Für immer.
Und wenn ich manchmal CLUESO höre, dann hoffe ich, dass er vielleicht auch von dir spricht:
„Manchmal trifft sie sich mit ein paar Leuten,
an einem unbestimmten Platz.
Und wenn dort frisches Zeug durch die Adern fließt,
gibt man den Löffel an die Kumpels ab.
Und diesmal ist sie nicht gekommen,
vielleicht hat sie es nicht gepackt.
Nur eine kleine Nachricht ist alles was sie hinterlassen hat.
Ich komm nie mehr ich bin in Chicago,
in Chicago.
Irgendwo wo mich keiner kennt, ich komm nie mehr.
Ich bin in Chicago in Chicago dort wo niemand, niemand meinen Namen nennt“
Hast du ein Geheimnis? Solch eines, welches ganz tief in dir pocht? Eines, bei dem du entsetzt bist über all die Perversität die es in sich birgt? Ein Geheimnis, welches so sehr nagt, kratzt, dass wenn der Gedanke in deinen Kopf kommt, du anfängst zu pfeifen? Du pfeifst, weil du das Gefühl wegpfeifen möchtest, welches sich so bequem gemacht hat.
Hast du ein Geheimnis? Solch eines, wenn du es aussprechen würdest, nichts mehr so wäre wie von allen vermutet? Träumst du von verbotenen Dingen? Pulsieren Lüste in dir, die den Menschen verschwinden lassen?
Hast du ein Geheimnis? Eines, das dich manchmal nachts nicht schlafen lässt und wenn du aufwachst, alles gleich von vorne losgeht? Hast du ein Geheimnis, welches ekelhaft ist? Wo deine Mutter und dein Vater fragend in dein Gesicht schauen würden? Sag Mensch, hast du ein Geheimnis?
Mit großen Taschen, bunten Schnürsenkeln, gekonnt hängenden Spaghettiträgern, aufgemalten roten Mündern. Stoffschuhen und bunten Socken, in blühenden Unschuldskleidchen, mit übermalten Konturen. Indie hörende Emoklümpchen, mit gefärbten Haaren, Lolitastyle oder auch das Gegenteil.
Mit Becks Gold vollgepackten Händen und lechzenden , gierenden Blicken nach vergebenen Herztönen.
Ihr Mädchen, voller Sommer in den Herzen, dass es nur so prustet vor Übermut.
Mit abschätzigen wirren Blicken, musternd und vergleichend, tuschelnd und kichernd.
Seit 2 Wochen liegst du mir schwer auf der Tasche und auf dem Herzen.
Donnerstag.
Ich wusste du würdest in meinem Briefkasten liegen.
Quadratisch, gefaltet, zugeklebt, frankiert.
Ich habe lange an dich gedacht.
Nummern gewählt, im Kopf sämtliche Optionen optimiert, das hin und her halt hin und her gewälzt.
Ich war unruhig, mehr als das, ich habe Runden in meinem Bett gedreht und bin morgens kopfüber aufgewacht.
Wählte ich deine Nummer, so bekam ich einen regelmäßigen Klingelton,
der nicht abriss und verbindlich durchhielt, bis ich einfach auflegte.
Eigentlich funktioniert jeder Tag gleich.
Morgens der Wecker, frech nimmt er immer die gleiche Zeit in Anspruch.
Die kühle Dusche, spült die Nacht weg.
Spült die Schwere weg , manchmal auch einen Menschen, den man nicht "zum bleiben" braucht, den man aber manchmal braucht.
Die Tropfen auf meiner Haut.
Pitsch platsch nass.
Ich lasse mir die Geschichten durch die Poren rinnen.
Auf Stufe drei gibt der Durchlauferhitzer immer sein bestes.
Bis es weh tut, bis man sich spürt, bis die Haut rot ist.
Ich trage dich bei mir, im schwarzen Kalender.
Quadratisch, gefaltet, zugeklebt, frankiert.
Silbe für Silbe drückt es sich durch, durchgepaust ins Herzarchiv.
Kein schlimmes Wort, keinen Vorwurf , nicht einmal viele kleine.
Triffst jeden Ton so passend.
Der Sommer, wie der Cellist vor dem Französischen Dom,
mit wiegenden Tönen an einem lauen Abend.
Nur du und ich und du und ich und du und ich und loop.
Nun pochen alle Bilder.
Es klopft und klopft an das Gedächtnis, durch all die Zeilen die du mir schreibst.
Es gibt dich.
In den letzten Winkel habe ich dich gelassen,
manche nennen es Seele, manche sagen sie wiegt 21 Gramm,
manche hingegen, sagen es ist ein Ort, wo niemand wirklich hin kann.
Und so wählte ich deine Nummer weiter und bekam einen regelmäßigen Klingelton,
der nicht abriss und verbindlich durchhielt, bis ich einfach auflegte.
Die Tage füllen sich.
Der Winter schneit mich ein, langsam verschwindet er und ich hoffe,
dass die Jahreszeiten dich verblassen lassen.
Von dunkel zu hell, von hell zu dunkel.
Von kalt zu lau.
Die Worte in dem Brief wie Balsam und Strafe zugleich.
Ich erinnere mich warum du jener für mich bist.
Warum sich für dich etwas regte, sich weiter regte als du schon längst fort warst.
Was nie anhält, was Bänder schafft, Verbindungen knüpft.
Je weiter du bist, desto näher kommst du.
Mein Geheimnishüter und Vertrauensträger.
Als du weg warst und ich nicht wusste ob du wiederkommst,
fehlte mir ein Arm oder jede zweite Atemzug.
Und alles was mir bleibt sind 7 Seiten.
Ein enggeschnürtes Du und ich, was kein Ende findet.
Und so finden wir uns nie wirklich, ohne uns auch zu verlieren.
Ich bin gefangen in dir.
Seit 2 Wochen liegst du mir schwer auf der Tasche und auf dem Herzen. Seitdem der Brief kam, mit dem Absender: Justizvollzugsanstalt Lüneburg.
Fluchen in lauen Nächten. Lautstark, rücksichtslos.
Was kostet die Welt in frühen Morgenstunden?
Durchvögeln- durchhängen-durchdringen.
Vergiss den Tag. Vergiss das Gestern.
JETZT.
Wie lange ist Jetzt?
Zerwühlte Laken, hingerotze Erinnerungsfetzen.
Fingerspitzen auf meinem Rücken.
Großstadt Kulisse mit ausgetrocknetem Rasen.
"Hör auf zu warten & fang endlich an."
"Nature's first green is gold, Her hardest hue to hold. Her early leaf's a flower; But only so an hour. Then leaf subsides to leaf. So Eden sank to grief, So dawn goes down to day. Nothing gold can stay." (Robert Frost)