Die Lichter in den Fenstern, blinkend, unaufhaltsam, rücksichtslos.
Es interessiert sie nicht , sie kreuzen Blickfelder und Gemütszustände.
Draußen schiebt der Schnee eine Wand von einem Schuh zum anderen.
Wir fluchen darüber, vor ein paar Jahren machten wir Engel aus ihm.
Schmissen uns in sein Nass.
Vielleicht hatten wir billigere Kleidung oder mehr Leichtigkeit oder es interessierte uns einfach nicht , warum wir uns von einer Erkältung nicht aus dem Alltag reißen sollten.
Früher war nicht alles besser, es roch nur anders.
Die Menschen lächeln gehetzte Fratzen.
Es riecht an allen Ecken.
Bratwurst, gebrannte Mandeln mit fein süßlicher Gehässigkeit, unter dem christlichem Mantel der Vorfreude.
Die Kaufhäuser platzen vor Licht und surrenden Kassengeräuschen.
Ein Schnäppchen eingepackt in Geschenkpapier.
Müll, tonnenweise angehäuft und so fein dekoriert als Geschenkidee.
Spart euch die Mühe, backt mir lieber etwas.
Wir werden Weltmeister im Termine schieben.
Wer bei wem das Hüftgold holt.
Wie wir uns beglücken mit dem alljährlichen Pflichtgefühl der Nächstenliebe.
Nein, ich kann dich nicht besser leiden weil eine 24 davor steht und weniger auch nicht.
Eigentlich bist du mir egal.
Dann fangen sie an in die Kirche zu gehen, hier ein Groschen für den christlichen Segen, beim Vatterunser halten sie den Mund, sie kommen nicht über die erste Zeile und schließen ab, innigst:
„ Herr ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort so wird meine Seele gesund.“
Was für eine Blitzheilung.
Menschen fühlen Einsamkeit.
Wieso eigentlich Weihnachten?
Das Unglück kennt keine saisonalen Schwankungen.
Vielleicht denke wir mehr nach, weil im Dunkeln oft weniger zu tun ist.
Die Wunden ummantelt vom großzügigem Schatten.
Ich schaue in mich hinein.
Möglicherweise in der großartigen Hoffnung irgendwelche
Erkenntnisse aus Erfahrungen zu finden.
Alles was ich dort sehe ist, ich habe dir nicht verziehen.
Ich werde es auch nie tun.
Scheiß auf Weihnachten und Nächstenliebe.
Auf etikettierte Gefühlsschablonen.
Wir passen in kein Raster.
Hier greift der Spruch nicht, dass Hass nur eine kriminelle Unterabteilung von Liebe ist, nein, Hass ist Hass und Gleichgültigkeit ist Gleichgültigkeit und Liebe ist Liebe.
So wiederholt sich das innere Mantra fast von selbst:
„Eine Rose ist ein Rose ist eine Rose….“
Gefühlsebenen passen nicht in Jahreszeiten.
Es gibt kein An-Knopf.
Es gibt kein Aus-Knopf.
Es können Milliarden Lichter brennen und Tannen stehen.
Es geht hier nicht um Wiedergutmachung oder Besänftigung.
Es geht um Vergebung und am besten fängt man bei sich an.
Es geht eigentlich nur um Vergebung.
Was ihr feiert, ich wünsche ein gutes Fest.

























